Kategorie Archive: Unternehmen

Befristete Arbeitsverträge – und “macht euren Scheiß alleine!”

Wenn die Zahl stimmt, erhalten erstaunliche 50% der Berufseinsteiger in Deutschland keine Festanstellung, sondern einen befristeten Arbeitsvertrag. Die Süddeutsche Zeitung beschreibt in einem bemerkenswerten Beitrag am 21./22. August 2010, wie man diese Verträge darauf hin abklopfen kann, ob sie unter bestimmten Voraussetzungen in einen unbefristeten Arbeitsvertrag geändert werden müssen. Wenn´s geht, dann noch unter oder genau beim Mindestlohn. Für alle lesenswert (auch für ältere Personen), denen ein derartiger Vertrag angeboten wird. Wie sich die Zahl der befristeten Arbeitnehmer nach oben verändert hat, finden sie hier.

Wie man sich als dauerhaft befristeter Arbeitnehmer fühlt, der von einer Frist in die andere läuft, kann man bei SZ unter diesem Link lesen.

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23. August 2010

Wie lange wird das noch akzeptiert: 15 Millionen Euro für 6 Monate Arbeit

Als Finanzvorstand bei der Deutschen Telekom lag sein Jahresgehalt bei 3 Millionen €. Dieses lies sich Herr Eick bei seinem Einstieg als Vorstandsvorsitzender und Nachfolger von Thomas Middelhoff bei Arcandor auf 5 Jahre garantieren. Nach nur 6 Monaten war Karstadt-Quelle insolvent und Eick seinen Job los. Macht 15 Millionen in bar.  Selbst die Kanzlerin ist sauer. Mehr dazu unter diesem Link.

Übrigens: Wie im Wirtschaftsteil der SZ vom 29./30. August zu lesen war, sollen die 55.000 Beschäftigten in den Karstadt-Häusern auf 20% ihres Gehalts verzichten, gestrichen werden sollen das Weihnachts- und Urlaubsgeld sowie Zuschläge für Früh- und Nachtschichten. So zumindest die Forderung des Insolvenzverwalters Klaus Hubert Görg.

Aber das Land ist ruhig. Wird am 27. September wieder ähnlich wählen wie vor 4 Jahren, vielleicht in Nuancen etwas verändert, aber nicht wirklich. Viele werden sogar zu Hause bleiben und gar nicht wählen. Karstadt-Quelle, bzw. Arcandor  betreffen ja die Anderen. Opel genauso. Und die Wahl wird ohnehin nichts verändern, denn die Politiker sagen, das ist Sache der Wirtschaft und halten sich raus. Und die von der Wirtschaft sagen, die Politiker sollen sich um was anderes kümmern, sonst verlassen sie nämlich mit samt ihren Fabriken und Verwaltungszentren dieses schöne Land und zahlen auch keine Steuern mehr. Sozialabgaben sowieso nicht. Keinen Bock auf Regulierung!

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6. September 2009

Immer weniger Bürger können von ihrer Arbeit leben

“In den vergangenen zehn Jahren stieg die Zahl der Beschäftigten ohne regulären Vollzeitvertrag um 2,5 Millionen”. So ist in der SZ vom 20. August 2009 unter diesen Schlagzeilen zu lesen, unter Berufung auf Berechnungen vom Statistischen Bundesamt, die am 19. August 2009 veröffentlicht wurden.

Beschäftigte ohne Vollzeitvertrag, das sind Teilzeitbeschäftigte, 400-Euro-Jobber, Leiharbeiter, sowie Arbeitnehmer mit befristeten Verträgen. Die Steigerung um 2,5 Millionen bedeutet, dass nunmehr 7,7 Millionen Beschäftigte in derartigen Arbeitsverhältnissen arbeiten – oder 34 % der arbeitenden Bevölkerung (!).

Am meisten davon betroffen sind junge Menschen, Frauen und Dienstleister, die einem sogenannten atypischen Arbeitsverhältniss nachgehen und dabei auch noch deutlich weniger verdienen. Ergab ein reguläres Beschäftigungsverhältnis 2006 noch einen durchschnittlichen Bruttolohn von 18 € pro Stunde, wurden diese Jobs mit nur 12 € bezahlt – fast die Hälfte davon sogar unterhalb der Niedriglohngrenze von 9,85 €.

Inzwischen ist es sogar üblich, dass junge, gutausgebildete Akademiker erst einmal 2 und sogar mehr Jahre mit zeitlich befristeten Arbeitsverträgen, mit deutlich weniger Gehalt auf “Probe” arbeiten, bis sie – bei guter Leistung, gefügigem Verhalten, und Nichtberechnung von Überstunden, eventuell auf Normalvertrag übernommen werden.

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22. August 2009