Prostata-Krebs: Abwarten statt unters Messer

Von | 24. Juli 2012

“Männern mit Prostata-Krebs nützt eine Operation nur selten”, schreibt der Arzt und Medizinjournalist Werner Bartens in der SZ vom 20. Juli 2012, und bezieht sich auf eine Veröffentlichung im New England Journal of Medicine. Danach wurden 731 Männer untersucht, die einen auf die Prostata begrenzten Krebs litten. Bei der Hälfte wurde die komplette Vorsteherdrüse entfernt, bei der anderen Hälfte der Krankheitsverlauf ohne Therapie begleitet. Fazit: Nach einer Beobachtungsdauer von bis zu 15 Jahren (!) lies sich kein Vorteil für die operative Therapie feststellen.

Lesen Sie selbst den ganzen Artikel – und, falls Sie jemals zu den Betroffenen gehören – entscheiden Sie selbst (und nicht nur Ihr Arzt), wie Sie sich verhalten wollen (nicht sollen).

Ein paar Tage später, am 25. 7. 2012 ergänzt die SZ diesen Artikel mit einem Beitrag “Unnötige Operationen” und weiteren Zahlen aus einem Krankenhausreport der Barmer GEK. Die Essenz: Statistisch gesehen werden in Deutschland bei 7,8 von 10.000 Männern die Prostata operativ entfernt. In den USA lediglich bei 4,4 Männern von 10.000. Und: 70 % der Operierten hatten 1 Jahr nach der OP immer noch keine Erektion, 16% klagten über unkontrollierten Harnfluss. Die meisten derartigen Eingriffe fanden bei den 69-jährigen statt. Aber lesen Sie bei Interesse auch diesen Artikel.

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