Hartz-IV-Erhöhung im Vergleich zu möglicher Rentenerhöhung 2011

Von | 30. September 2010

Ein Riesengeschrei verursacht die geplante Erhöhung der Hartz IV-Sätze um 5 Euro im Monat. Die Nullrunde 2010 bei den Renten war, auf Grund der durch die Banken verursachten Wirtschaftskrise, “völlig normal”. Für 2011 kann eventuell mit einer Erhöhung der Renten von 0,75 % gerechnet werden (nota bene: “eventuell” siehe Presseportal). Klartext: Bei einer relativ “hohen” Rente von 1.000 € reden wir dann über 7,50 €. Abzüglich zu erwartender Steigerung der KV-Beiträge wird die “Steigerung” sogar weniger als Null ausfallen – also nicht einmal diese 5 € wie bei den Hartz IV-Empfängern! UND WO IST HIER DAS GESCHREI DER GRÜNEN, DER SPD und DER LINKEN? Wir werden uns alle daran gewöhnen müssen, dass die Sozialleistungen insgesamt eher fallen als steigen!

Zum Vergleich: Ein alleinstehender Sozialhilfeempfänger erhält 359 € (demnächst 364 €). Plus eine 45 qm Wohnung mit einem Wohnwert von 300 € auf dem Land und in kleineren Städten, in München oder Hamburg locker im Wert von 500 €. Macht in Summe (München oder Hamburg) von 864 €. Die durchschnittliche Rente beim Mann beträgt 983 € im Monat, und bei der Frau 530 €. Eine 2-köpfige Sozialhilfe-Familie mit oder ohne Kinder sollte man mit einem Rentnerpaar erst gar nicht vergleichen – sonst könnten Tränen der Scham hochkommen…

Übrigens: dpa vom heutigen Tag meldet einen Real-Tarifabschluss im Stahlgewerbe. Vergleichen Sie diesbezüglich die Erhöhung für aktive Lohnempfänger und ehemalige Lohnempfänger (= Rentner):

Düsseldorf (dpa) – Die 85.000 Beschäftigten der Stahlindustrie in Nordrhein-Westfalen, Bremen und Niedersachsen erhalten ab dem 1. Oktober 3,6 Prozent mehr Lohn und Gehalt. Darauf einigten sich Arbeitgeber und Gewerkschaft am Donnerstagmorgen bei der dritten Verhandlungsrunde in Düsseldorf. Im September erhalten die Stahlkocher eine Pauschale von 150 Euro. Die Ausbildungsvergütungen werden um 40 Euro erhöht. Der Vertrag hat eine Laufzeit von 14 Monaten. Die Gewerkschaft hatte eine Lohnerhöhung von 6 Prozent gefordert. Leiharbeiter werden nach Gewerkschaftsangaben ab dem 1. Januar 2011 nach dem Grundsatz «Gleiche Arbeit – Gleiches Geld» bezahlt.

ANMERKUNG: Zwar orientieren sich die Rentenerhöhungen an der “allgemeinen durchschnittlichen Lohnsteigerung” – aber “glaube keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast”…

Übrigens: Am 9.9.2010 war in der SZ zu lesen, dass nach einer Erhebung des Statistischen Bundesamts die Löhne in Deutschland in den vergangenen 10 Jahren um 21,8% gestiegen sind (in der gesamten EU um 35,5%). Und die Renten? In Summe um keine 10%!

5 Hinweise zu “Hartz-IV-Erhöhung im Vergleich zu möglicher Rentenerhöhung 2011

  1. peter

    Danke, Danke, Danke liebe Frau Leyen für die geile Rentenerhöhung.
    Ich küsse ihre Füße. Hätten sie das schöne Geld nicht lieber für Politiker Gehälter und Pensionen verwenden können die es auch dringend benötigen anstatt es so leichtsinnig unter das einfache Volk zu werfen.

    Gruß ein minnirent.

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  2. S. Graupner

    Herr Schneider, es wäre doch schön, wenn sich in den vergangenen 20 Jahren ein gewisses Verständnis entwickelt hätte über die doch sehr unterschiedlichen Wege, die Ost- und Westdeutschland genommen haben. Verabschieden Sie sich doch bitte von dem Gedanken, das “der Osten” mehr Vorteile hat und “nur nimmt”. Ich wohne in Dresden und habe in den Jahren viele Gäste von Bayern bis Rügen kennenlernen dürfen und ich habe gemerkt, dass bei einem ehrlichen Gespräch Vieles ausgeräumt werden kann, was das Miteinander so bissig macht. In einem gebe ich Ihnen unumwunden recht, es wird Zeit, dass Staatsdiener und Abgeordnete endlich ihren Teil in die Sozial- und Rentenkassen einzahlen. Da wird eine Erhöhung der Diäten um mehrere hundert Euro in kürzester Frist beschlossen und für 1%!!! Rentenerhöhung klopft man sich auf die Schulter. Übrigens bin ich auch Rentnerin, 68 Jahre, habe 50 Jahre gearbeitet und konnte es mir nicht leisten, mich zu Hause um meine zwei Kinder zu kümmern, Kindergeld vom Vater = 25 Mark pro Monat, später 60 Mark. Sie waren fast durchweg in Krippe und Kindergarten und Schulhort – echt traurig! Aber dadurch hab ich eben etwas mehr Rente!
    Trotzdem: Ich bin optimistisch in Bezug auf ein künftiges freundschaftliches Miteinander. Vielleicht stehen wir eines Tages gemeinsam auf der Straße, um unsere Anliegen deutlich zu machen!
    Viele Grüße!

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  3. Paul Schneider

    Warum darf die Bundesregierung ungestraft Recht brechen und der Bürger wird in solchen Fällen hart rangenommen? Gemeint ist hier die Tatsache, dass einfach bestandskräftige Rentenbescheide mit bescheinigten FRG-Zeiten rückwirkend nach der Wiedervereinigung durch die für den Betroffenen wesentlich ungünstigeren AAÜG-Zeiten umgewidmet wurden!!! Da ist es kein Wunder, dass es vielen Ost-Rentnern besser geht! Obwohl die das natürlich nicht sehen wollen! Die denken ja auch, dass jeder West-Rentner eine Betriebsrente hat und eine Finca auf Malle….
    Warum werden die Renten (wenn überhaupt) immer noch prozentual erhöht und nich mittels gleichem Festbetrag für Jeden? Die Teuerungsrate ist doch für jeden Rentner auch gleich hoch! Wann werden endlich die Unterschiede zwischen Pensionen und Renten abgeschafft? Oder sind alle Rentner potentielle Staatsfeinde gewesen?! Als Erstes sollte aus Einsicht die 13te Pension an alle Rentner aufgeteilt werden!!!

    Gruß Rentner

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  4. Roland Weißflug

    Der Frage des Herrn Tretter möcht ich mich anschließen, durch einen Krankenhauskeim bin ich nach einer Herz-OP nicht mehr arbeitsfähig, werde also in die Rente gedrängt, natürlich mit Abzügen. Eine weiter Frage wäre: warum zahlen Beamte und der öffentliche Dienst keine Beiträge in die Rentenkasse? Ungerechter kann es ja gar nicht mehr zugehen. Schamgefühl kennt da wohl keiner?

    Herb Stumpf: siehe Antwort auf den Kommentar von Herrn Tretter.

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  5. Wolfgang Tretter

    Habe mich auf Ihrer Seite orientiert. Meine Frage ist, nach 20 Jahren Wiedervereinigung, wann endlich werden die Ostrenten mit den Westrenten angeglichen? Durch falsche Beratung nach dem Mauerfall habe ich eine kleine Rente von 620€ und bin auf jeden Cent angewiesen.

    Herb Stumpf: So lange sich in Deutschland die Betroffenen nicht organisieren – z. B. Druck auf die Gewerkschaften machen und diese Druck auf die Politiker, so lange die Menschen nicht in Scharen auf die Straße gehen wie in Frankreich oder südeuropäischen Ländern, wird nichts passieren. Das Kreuzchen auf dem Wahlzettel alle 4 Jahre wird es zuverlässig nicht bringen!

    Ihre Rente von 620 € und ihr Gesamtvermögen liegen möglicherweise unterhalb der Grundsicherung. Sie sollten sich vom Sozialamt beraten lassen. Vorab finden Sie Informationen, wenn Sie bei Google “Grundsicherung” eingeben – z. B. unter dieser Adresse: http://www.renten-fakten.de/grundsicherung

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