Mit 65+ muss nicht Schluss sein!

Ein Arbeitsverhältnis konnte schon bisher im beidseitigen Einvernehmen über das fünfundsechzigste Lebensjahr (derzeit noch 65 + 3 Monate) hinaus verlängert werden. Allerdings war die Möglichkeit einen bestehenden Arbeitsvertrag fortzuführen bislang für Arbeitgeber nicht attraktiv, da dieser unbefristet und mit vollem Kündigungsschutz weiter gelaufen war. Zusammen mit dem Rentenpaket vom 1. Juli 2014 trat jedoch eine bisher weitgehend unbekannte neue Regelung in Kraft, nach der Arbeitgeber und Arbeitnehmer noch vor dem eigentlichen Rentenbeginn (ab 65+) sogar mehrfach eine befristete Beschäftigung vereinbaren können (Quelle: SZ  vom 16. 12. 2014).

Ein späterer Rentenbeginn wirkt sich zusätzlich positiv auf die Rentenhöhe aus: Werden bei vorzeitigem Rentenbeginn 0,3% der erreichten Rentensumme abgezogen, erhält der “Spätrentner” für jeden Monat, die er/sie die Rente später in Anspruch nimmt, eine Erhöhung um 0,5%, damit 6% hochgerechnet auf ein Jahr. Nicht ganz unattraktiv für diejenigen, denen ihr Job Spaß macht oder die – beispielsweise aufgrund einer Scheidung – reduzierte Rentenansprüche haben!

16. Dezember 2014

Norbert Blüm zweifelt an der Rente und fast 10% brauchen Stütze

Selbst Norbert Blüm, der langjährige Bundessozialminister unter Helmut Kohl, stellt inzwischen unser Rentensystem in Frage. Ausgerechnet der Mann, der für den legendären Satz in die Geschichte einging, “Die Renten sind sicher!”. Zum 125. Jahrestag der Deutschen Rentenversicherung las er der Politik die Leviten: Ein System, aus dem man mit Beiträgen nicht mehr bekomme als jemand, der keine Beiträge gezahlt habe, “erledigt sich von selbst”. Lesen Sie mehr dazu im Versicherungsbote. Wenn Sie gehofft haben, eine “Große Koalition” – die 80% der Abgeordneten im Deutschen Bundestag stellt – würde da was ändern, dann sollten Sie vielleicht einen Blick in den Spiegel riskieren und die Farbe ihrer Augen auf blau untersuchen. 

Dazu passt die Meldung vom 2. Dezember 2014 (Zitat aus Nürnberger Nachrichten): “Immer mehr brauchen Stütze – Fast jeder Zehnte bekommt staatliche Transferleistungen. Rund 7,38 Millionen Menschen und somit 9,1 % der Bevölkerung erhielten im Jahr 2013 Transferleistungen (Link: Neues Deutschland). Betrachten Sie diesbezüglich auch die Übersicht von de.statistik.com was die Anzahl alleine der Hartz IV Empfänger (nach Bundesländern geordnet) betrifft. 

Schönes reiches Deutschland… Oder wie war das?  Es geht uns doch gut. Oder gehören Sie etwa nicht dazu? Na dann: Schönen Nikolaustag!

6. Dezember 2014

Altersarmut nimmt in Deutschland zu!

schrieben verschiedene Zeitungen in dieser Woche, darunter auch DIE ZEIT. Klicken Sie bitte auf den Link für mehr Information. 

Frage: Wundert´s jemanden? Verlassen Sie sich darauf – es wird noch sehr viel schlimmer werden, falls dieses Rentensystem nicht grundsätzlich überarbeitet wird. Vorschläge diesbezüglich haben wir in diesem blog mehr als ein Mal gemacht. Derzeit haben wir eine “große Koalition” – nicht im Sinne von “bedeutend”, sondern von großer Kopfzahl. Über 80% der Abgeordneten gehören dazu und könnten wirklich einen großen Wurf machen. Tun sie aber nicht. Weil sie dazu zu feige und zu träge sind! Und ihre Mutti war noch nie sehr kreativ. Genauso wenig der Dicke von der SPD. Lieber weiter wursteln. 

Ergänzung 8. Dezember 2014: In der SZ vom 7./8. 12. 2014 kann man interessante Zahlen über die Zustände der bereits vorhandenen Altersarmut in Bayern lesen (leider ohne Link, deshalb nur einige Auszüge): “Mehr als 82 % der Frauen beziehen eine Altersrente,  die unterhalb der sogenannten Armutsgefährdungsgrenze von 973 € liegt. Bei den Männern sind es etwa 43 %. Mehr als jede dritte Frau und jeder sechste Mann bekommen weniger als 300 €.”

Und: Die durchschnittliche Rente lag bei Männern, die 2013 erstmals Rente bezogen, bei 949 €. Frauen erhielten im Schnitt 529 €.

Sowie:

  17 % der über 65-jährigen sind in Bayern von Altersarmut betroffen.

Auch das dürfte Sie interessieren: “Ein Bayer, der 2013 in Rente ging, bekam im Schnitt 86 € weniger als einer, der sich bereits in Rente befand (!). Hinweis: Tendenz weiter sinkend, denn nun kommen vermehrt Personen mit unterbrochenen Arbeitsverläufen.

7. November 2014

Strafzins für Sparer!

Dank der Zinspolitik der EZB sind wir inzwischen soweit, dass die ersten Banken die Sparer nicht mehr nur überhaupt keinen Zins mehr zahlen, sondern für Vermögen ab 500.000 Euro sogar einen Strafzins verlangen! Lesen Sie hierzu aus der FAZ vom 4. November 2014 “Harte Zeiten für ängstliche Sparer” – überlegen Sie dann aber genau, ob Sie sich auf die dort empfohlenen Anlagen in Aktien und Fonds einlassen wollen. Denken Sie dabei an die Schwankungen im Juli/August diesen Jahres…

Und noch eine Empfehlung: Falls Sie immer noch ein Fan des Euro und der EU sind, sollten Sie vielleicht für 10 Euro das Buch von Hans-Werner Sinn (Präsident Ifo-Institut und Professor an der LMU) und kaufen “Gefangen im Euro“. Liest sich wie ein Krimi – nur ist alles traurige Realität und mit Fakten hinterlegt! Lesen Sie dazu auch die Rezensionen… 

Frage: Wenn selbst die Banken schon kein Bargeld mehr wollen, sollte man sich ernsthaft fragen, was dieser Euro überhaupt noch für einen Wert hat. Ausser dem des gedruckten Papiers – von dem die EZB täglich mehr druckt. Irgendwie hatten wir das schon zwei Mal in der Geschichte Deutschlands im letzten Jahrhundert…

6. November 2014

Reale Rentenkürzungen 2003 – 2014

Im folgenden sehen Sie die Erhöhungen der gesetzlichen Rente und im Absatz darunter diese addiert auf 12 Jahre und die Bemerkung zur entsprechenden Teuerungsrate. Woraus sich eine faktische Kürzung der Renten, bzw. deren Kaufkraft ergibt. 

  • 2003:  West 1,04 % / Ost 1,19 %
  • 2004:  Null
  • 2005:  Null
  • 2006:  Null
  • 2007:  0,54 %
  • 2008:  1,1 %
  • 2009:  West: 2,4 %
  • 2010:  Null
  • 2011:  West / Ost = 0,99 %
  • 2012:  West 2,18 % / Ost 2,26 %
  • 2013:  West 0,25 % / Ost 3,29 %
  • 2014:  West 1,67 % / Ost 2,53 %

Daraus ergibt sich, wenn man die Teuerung- bzw. Inflationsrate dagegen rechnet:

  • Rentenerhöhungen 2003 bis 2014 (West) einfach addiert = 10,17 % : 12 Jahre = 0,85 % p. a.
  • Inflationsrate in 12 Jahren: ca. 25 % => Reale Reduzierung der Kaufkraft um ca. 12 – 15 %

Damit sollten Sie kalkulieren, wenn Sie die Finanzierung Ihres Alters planen. Besser wird es sicher nicht!

31. Oktober 2014