Garantiezins auf Lebens- und Rentenversicherungen sicher?

28. April 2013

Bisher durfte der gutgläubige Versicherungsnehmer davon ausgehen, dass wenigstens der ohnehin schon lächerliche Garantiezins von 1,75% (seit Januar 2012) auf seine Lebens- und/oder Rentenversicherungen tatsächlich sicher ist. Wenn richtig ist, was in verschiedenen Zeitungen nachzulesen ist, darf man dies nun ernsthaft bezweifeln. So schreibt z. B. die SZ am 23. 4. 2013 unter der Überschrift  ”“Wir sind unter Wasser”  - Die Finanzkrise schien Versicherern wenig anhaben zu können. Die Zeichen mehren sich, dass die Assekuranz ein Riesenproblem hat: Sie leidet unter den niedrigen Zinsen. Die Gesellschaften stehen unter erheblichem Druck” und zitiert prompt den Chef der zur Munich-Re gehörenden Ergo-Versicherung: “Wir sind tatsächlich in der Lebensversicherung unter Wasser. …Im aktuellen Zinsumfeld ist die Ertragslage absolut kritisch, da lässt sich kein Geld verdienen.”  

Wer sich noch über eine alte Police mit bis zu 4% Garantiezins freut (die bei Vertragsabschluss prophezeite Gewinnbeteiligung ist meist ohnehin schon bei Null), sollte damit rechnen, dass der Staat den Versicherern auch in diesem Fall helfend unter die Arme greift. So kann man in der SZ weiter lesen: “Die Branche bereitet sich nun auch auf den Ernstfall vor. Der kann darin bestehen, dass die Finanzaufsicht Bafin bei einzelnen Versicherern die Garantien aussetzt.” (Für die SZ leider kein Link, aber dazu Entsprechendes im FOCUS).

Übrigens konnte man in der SZ auch nachlesen (und nicht nur dort), dass der Sparanteil des einbezahlten Betrags lediglich 80 – 90% der Einzahlsumme beträgt (der Rest geht in die Verwaltung und Provision), – und nur der Sparanteil wird verzinst! Ein wahrlich gutes Geschäft. Für die Versicherungen! 

Na denn, – auch diese schleichende Enteignung des Normalverbrauchers ist eine Folge der Ungleichgewichte im gesegneten Euroraum mit Einheitszins von der EZB. Dabei heisst es doch immer noch bei zahlreichen Geistern, die Deutschen seien die größten Profiteure in der EU. Sicher nur bestimmte Deutsche. Wahrscheinlich aber nicht einmal mehr die von der Versicherung, das scheint sicher!

Übungsleiter- und Ehrenamtspauschale

24. April 2013

Wer sich ehrenamtlich engagiert, wird steuerlich belohnt. Denn wer dafür eine Vergütung erhält, muss diese erst versteuern, wenn folgende Freibeträge überschritten werden:

  • Übungsleiterpauschale:  2.400 Euro p. a. (einmalig / jährlich – auch bei mehreren Tätigkeiten!)
  • Ehrenamtspauschale:  720 Euro p. a. (ebenso einmalig / jährlich s. o. )

Als Überleitungspauschale gelten Tätigkeiten wie Sportausbildung, aber auch Engagements im Bereich Erziehung (beispielsweise als Dozent), Kultur und Kunst, oder im Pflegebereich. Die Ehrenamtspauschale ist weit gefasst und gilt für jedwede Tätigkeit im gemeinnützigen, mildtätigen oder kirchlichen Bereich. 

Wesentlich ist dabei, dass die Tätigkeit nur nebenberuflich ausgeführt wird; der tatsächliche Zeitaufwand darf nicht mehr als ein Drittel eines Vollzeiterwerbs betragen. Allerdings können auch Personen tätig werden, die steuerrechtlich keinen Hauptberuf haben – wie Hausfrauen, Studenten, Rentner – und namentlich auch Frührentner (z. B. ab 63), die ansonsten nur einen Minijob von 450 Euro im Monat (14 x p. a.) annehmen dürfen! 

In bestimmten Fällen können beide Freibeträge kombiniert werden. Z. B. wer als Sporttrainer arbeitet (= Übungsleiter) und zusätzlich als Kassierer (= Ehrenamt). Ausgaben wie Fahrtkosten, Weiterbildung, Spesen, können steuerlich NICHT geltend gemacht werden. Ergänzende Informationen: wikipedia 

Wutbürger, Neiddiskussion, Alternativlos… Entartet

21. April 2013

Die ersten drei sind neudeutsche Begriffe im Medienjargon, mit denen die Bürger gezielt vernebelt werden. Als Wutbürger wird durch die Medien jeder verunglimpft, der mit der Schwarz-Gelb-Blassrot-Grünen-Einheitspolitik nicht einverstanden ist. Eine sog. Neiddiskussion wird jeweils dann geführt, wenn mündige Bürger auf wirtschaftliche oder soziale Missstände hinweisen. Und die Schwarz-Gelbe-Euro-, bzw. EU-Politik von Frau Merkel ist für Blassrot/Grün genauso offensichtlich alternativlos wie eigentlich alles andere auch. Nur die geplanten Steuererhöhungen wären bei letzteren etwas deftiger. 

Es gab eine Zeit in diesem Land, da gab es einen Begriff der für alles galt, was nicht systemkonform war: Entartet. Man hüte sich vor neuen Pauschalisierenden wie Wutbürger und Neiddiskussion, um mündige Bürger mundtot zu machen!

Was kann man dagegen tun? Man kann die sogenannten Wutbürger, nämlich die, die mitdenken, nur ermutigen, die Neiddiskussionen, die richtigerweise Fairnessdiskussionen heissen sollten, weiterzuführen, damit aus der alternativlosen Situation endlich sinnvolle Alternativen entstehen. 

Mit freundlichen Empfehlungen!

Sie nennen sich Opposition – und “retten”, was nicht zu retten ist

19. April 2013

Ein breites Bündnis aus allen Parteien, mit Ausnahme von DIE LINKE, hat am Donnerstag im Bundestag das Milliarden-Programm zur Rettung Zyperns abgenickt. Zur Erinnerung: Im Bundestag sitzen 237 Abgeordnete von CDU/CSU, 146 von der SPD, 93 von der FDP, 75 von DIE LINKE, und 68 von den GRÜNEN. 

Von der CDU/CSU stimmten 10 dagegen, ebenso viele von der Oppositionspartei SPD, und 8 von der FDP. 13 Abgeordnete enthielten sich. Die sogenannten Oppositionsparteien SPD und GRÜNE würden im Herbst gerne die Regierungskoalition aus CDU/CSU und FDP ablösen. Aber warum, so fragt sich der mündige Bürger, soll man diese Opposition wählen, wenn sie in der wichtigsten Frage für Deutschland, nämlich beim Euro, der Regierung in keinster Weise ein NEIN entgegensetzt? Da braucht es wohl ganz andere, nämlich neue Leute und Parteien, die diesen Kuschelhaufen endlich aufmischen! Die einzige Alternative derzeit: Alternative für Deutschland. Falls auch Sie von  einer gewissen Verzweiflung erfasst sind, sollten Sie sich deren Aussagen und ihr Personal vielleicht etwas genauer anschauen.

Lesen Sie dazu auch in der WIRTSCHAFTSWOCHE “Volksvertreter mit Tunnelblick” und wie Auflagen des Verfassungsgerichts (wieder) missachtet wurden. 

Noch was:  Weil die Deutschen ja so reich sind und alle retten, die ihr eigenes Land zum Rettungsfall gemacht haben, fordern die Griechen 68 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg weiterhin Reparationen. Die Idee ist nicht schlecht; könnte man damit doch einen Teil der selbst gemachten Schuldenlöcher stopfen… Lesen Sie dazu den SPIEGEL-Artikel vom 7. 4. 2013. Stellt sich ganz allmählich die gute Frage – und auch die Ganz-Guten in unserem Land müssten sich langsam diese Frage stellen:  ”Wer rettet eigentlich die Retter, wenn auch die vor lauter Retten nichts mehr retten können?” Und im Amerikanischen gibt es eine Weisheit, über die einige Griechen nachdenken sollten: “Don´t bite the hand that feeds you!”.

Deutsche sind laut EZB-Umfrage die Ärmsten im Euroraum

10. April 2013

- aber die größten Zahler! - möchte man einer Umfrage der EZB (Daten aus 2010)  hinzufügen, die am 9. 4. 2013 u. a. in der FAZ beschrieben wird. Das Medianvermögen im Euroraum beträgt danach 109.000 Euro, das der Deutschen liegt am absoluten Ende mit lediglich 51.400 Euro und das der Zyprioten, zweite in der Reihenfolge (gleich nach Luxemburg) bei satten 671.000 Euro. Zugleich bilden die Deutschen bei der Anzahl der Hausbesitzer mit mageren 44%, zusammen mit den Österreichern (43%) wiederum das Schlusslicht.  

In einigen Medien wird in dieser Statistik “Sprengstoff” vermutet. Mit Verlaub: Nicht bei den Deutschen!!! Zündeln tun, wenn schon, andere Nationen. Zum Beispiel mit neuaufgelegten Naziparolen und höchst unsachlichen Verunglimpfungen. Betrachten Sie bitte die Grafik in dem FAZ-Artikel selbst, lesen Sie auch die Argumente – und machen Sie sich Ihr eigenes Bild!

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Altersbezüge von Bundestagsabgeordneten

8. April 2013

Unter der Überschrift “Bemerkenswert daneben” (leider kein Link), kann man in der FAZ vom 7. April 2013 über die geplante Diätenerhöhung der Bundestagsabgeordneten lesen. Sehr bemerkenswert ist die dort geschilderte “Altersentschädigung im Ruhestand” unserer Volksvertreter. So erhält ein/e Abgeordnete/r  pro Jahr im Bundestag einen Rentenanspruch von 207 Euro (zum Vergleich: Der Durchschnittsverdiener sammelt pro Jahr einen Rentenanspruch von ca. 27 Euro, braucht damit 8 Jahre zum selben Betrag). Nach drei normalen Legislaturperioden, also nach 12 Jahren, summiert sich das auf eine Pension von knapp 2.500 Euro. Das ist deutlich mehr als die Höchstsumme, die derzeit ein Normalbürger an Rentenanspruch erarbeiten kann – wohlweislich in einem ganzen Arbeitsleben von mehr als 45 Jahren! Der/die Abgeordnete hat natürlich dafür keinen einzigen Cent in irgendeine Rentenkasse einbezahlt. Genau wie Beamte. Passt doch!

Nach 27 Jahren ist für Herrn oder Frau MdB die Höchstsumme von rund 5.600 Euro erreicht. Mit 55 können Abgeordnete dann abschlagsfrei in die mehr als wohlverdiente Rente gehen. Details siehe auch bei Wikipedia. Betrachten Sie auch bitte nochmal die durchschnittlichen Rentenzahlungen in unserem Beitrag Rentenerhöhung 2013 weiter unten. Wenn Sie wollen, dürfen Sie sich dann ärgern. Aber nur wenn Sie wollen! Bitte trotzdem nicht vergessen, im Herbst bei den selben Parteien Kreuzchen machen wie immer; denn bisher gibt es zu diesem Punkt keine Opposition – wie zu anderen Punkten natürlich auch nicht.

Übrigens: Nach den Bundestagswahlen sollen Bezüge und damit auch Pensionen der Abgeordneten neu verhandelt werden. Mit Sicherheit nach oben. Und alle werden sich wieder einig sein. Beider nächsten Wahl 2017 ist der Rauch dann auch bestimmt wieder verzogen und vergessen.

Krankenstand nach Berufsgruppen – Rente mit 67

7. April 2013

Einige harte Zahlen der AOK aus dem Jahr 2011, entnommen aus der FAZ vom 7. April 2013 (S. 22), belegen die Unsinnigkeit eines einheitlichen Renteneintrittalters von 67. Hier die Fehlzeiten nach Berufsgruppen in Tagen pro Jahr, 2011:

Straßenreiniger, Abfallbeseitiger: 28,4
Fleisch-, Wurstwarenhersteller: 25,2
Helfer in der Krankenpflege: 25,0
Bauhilfsarbeiter: 24,2
Waldarbeiter, Waldnutzer: 23,6
Wirtschaftsprüfer, Steuerberater: 8,1
Ingenieure: 8,0
Architekten, Bauingenieure: 7,4
Ärzte: 7,0
Hochschullehrer, Dozenten: 4,4

Was sagt uns das? Die Damen und Herren von den Hochschulen mit den langen Semesterferien, die den Politikern die Weisheiten einflüstern wie diese, dass alle bis 67 arbeiten sollen (und davon ausgehen, dass es auch alle können), sind in ihren Jobs wohl gesundheitlich am wenigsten gefährdet – und können demnach auch ungehindert über die 67 hinaus arbeiten und weiter mit gut dotierten Beraterverträgen vom Schreibtisch aus schlaumeiern. Wenn sie es aber jemals mit körperlicher Maloche versucht hätten, würden ihre Empfehlungen möglicherweise deutlich anders aussehen. Und die Politiker/innen, die übrigens nicht erfasst sind, weil ihre Fehlzeiten ohnehin höher sind als ihre Anwesenheit im Bundes- oder Landtag, nun ja, über die schweigt man lieber – und macht sein Kreuzchen im kommenden September da, wo man es schon immer gemacht hat. Oder bleibt gleich zuhause.

Zur Situation älterer Arbeitnehmer

5. April 2013

Ältere Arbeitnehmer sind so gefragt wie nie“, schreibt u. a. die FAZ euphorisch am 2. 4. 2013. Wenn sie denn hochqualifiziert sind, darf man hinzufügen. Denn in ganzen Branchen, wie Verkäufer/innen, Friseur/innen, Bauhandwerkern, etc., also allen Berufen, die körperlich anstrengend oder von jugendlichem Aussehen geprägt sind, darf man diese Behauptung getrost vergessen. Und wer ab 50 auf Stellensuche gehen muss, wird immer noch die Erfahrung machen, dass selbst bei hoher Qualifikation die Bewerbung erst mal “unter ferner liefen” landet.

Zunächst kann man die Situation positiv verkaufen. Über diejenigen, die bis zum neuen Rentenalter von 67 nicht durchhalten können, schweigt man eben.

The Jack London Credo

30. März 2013
  • I would rather be ashes than dust!
  • I would rather that my spark should burn out in a brilliant blaze than it should be stifled by dry-rot.
  • I would rather be a superb meteor, every atom of me in mangificent glow, than a sleepy and permanent planet.
  • The function of man is to live, not to exist.
  • I shall not waste my days trying to prolong them.
  • I shall use my time!

Jack London (1876 – 1916)

Bundesbank-Geld nach Zypern – Merkel, Hitler, same shit:

29. März 2013

Zwei sehr kontrastvolle Reportagen aus www.wiwo.de vom 29. März 2013 zum Nachdenken für EU- und Euro-Fans “ohne Alternativen”:

Die erste: “EZB schickt Geld der Bundesbank nach Zypern“.

Die zweite: “Warum sie uns hassen” – mit einem Protestplakat aus Zypern mit dem Inhalt “Merkel Hitler same shit” und einer durchgekreuzten Europaflagge.